Geht es auch ohne eine Kirche?

Geht es auch ohne eine Kirche? 

Wie wäre das wohl? Eine Welt ohne Gott. Wo nicht mehr über ihn gesprochen wird. Oder genauer gesagt: Wo nicht mehr so über ihn gesprochen wird, wie es Jesus getan hat. Was würde sich ändern, würde man davon überhaupt etwas mitbekommen? 

Es mag manche Menschen geben, die das nicht weiter stören würde, die vielleicht sogar ganz zufrieden damit wären. Endlich echte Freiheit! Keiner mehr der uns sagen will, was wir tun und lassen sollen. Keiner mehr der vorgibt, was Gut und Böse ist, das können wir schließlich selbst am besten. 

Aber es gibt auch eine große Anzahl von Menschen, die darüber unglücklich wären. Irgendwie ist das doch schade. Da geht dann doch etwas verloren, was wir nicht ersetzen können. Auch wenn es manchmal schwer ist, an so einen Gott zu glauben… so ganz ohne soll es auch nicht sein. 

Dass es mal so weit kommt, davon sind wir noch weit entfernt. Aber die Richtung ist eingeschlagen. Zu mindestens wenn es darum geht, dass dieser Glaube auch was mit der Kirche zu tun hat. „Für meinen Glauben brauche ich doch nicht unbedingt eine Kirche“, so hört man es heutzutage ziemlich oft. Die christliche Kirche hat nicht immer den besten Ruf. Oft gilt sie als verstaubt und altmodisch. Den einen ist sie zu streng, den anderen ist sie zu locker und angepasst. 

Ich selbst bin auch nicht immer einfach nur wunschlos glücklich über das, was in der Kirche passiert. Und auch ich erhoffe mir oft, dass vieles anderes wäre. Dass wir mutiger zu dem stehen, was uns wichtig ist, dass wir fröhlicher glauben und wahrhaftiger lieben. Die Realität sieht da oft anders aus. 

Aber bei diesen Gedanken ist mir mal ein Wort aus dem Neuen Testament über den Weg gelaufen: „Wir haben eine Wolke aus Zeugen um uns“. (Hebräer 12,1) Das ist es, denke ich, wofür die Kirche da ist. So eine Wolke um andere Menschen herum zu bilden, um das zu erzählen und zu bezeugen, was wir und andere Menschen von Gott erfahren haben. Das ist der Job der Kirche. Sie macht ihn mal schlechter und mal besser. Aber sie macht ihn. Und das seit 2000 Jahren. Hoffentlich auch noch länger und hoffentlich wirklich im Namen Gottes. 

      Hartmut Nack, Pastor in Scheeßel

 

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