Raum schaffen

Raum schaffen Die ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr ermutigen mich aufzuräumen und gründlich sauber zu machen. Ich nehme mir Zeit, die Regale zu entstauben, die Zimmerdecken  von   Spinnweben zu befreien. Ich sortiere die Regale und Schränke. Ich befreie mich von Dingen, die schon lange nicht mehr gebraucht werden. Ich  schaffe Platz. Ich räume um. Das befreit. Meine Wohnung versuche ich so in Schuss zu halten. Aber was tue ich, damit es mir und meiner Seele gut geht in der  schnelllebigen Zeit heute? Wo bleibt Zeit für das Wesentliche? Zeit für mich selbst und für die, die mir wichtig sind? Wo bleibt Zeit für Gott und für den Glauben? Wo finde ich Pausen inmitten von Routine und Hektik? Wo sind Freiräume, nach denen ich mich sehne? Ich denke, ich muss mir diese Freiräume nehmen, die Zeit „anhalten“, ohne gleich wieder loszurennen. Und ich muss mich auf den besinnen, der mein Leben trägt, so wie im Buch Josua berichtet wird: Das Volk Israel kommt nach langer Wüstenwanderung im gelobten Land an. Endlich! Sie müssen nur noch den Grenzfluss, den Jordan, durchqueren. „Und Josua sprach zum Volk: Heiligt euch, denn morgen wird der HERR Wunder unter euch tun. Und Josua sprach zu den Priestern: Hebt die Bundeslade auf und geht vor dem Volk her!“ (Jos 3,5-6). Was auch immer da kommen mag, nehmt die Lade mit: Die Verbindung zu Gott. Haltet hoch, was euch wichtig ist. Das, was euch im Leben trägt und erhält: das Vertrauen, die Hoffnung, den Glauben, die Liebe. Und so halten sie dort eine Weile inne, mitten im Fluss. „Und die Priester, die die Lade des Bundes des HERRN trugen, standen still im Trockenen mitten im Jordan. Und ganz Israel ging auf trockenem Boden hindurch, bis das ganze Volk über den Jordan gekommen war“ (Jos 3,17). Ein besonderer Moment. Bevor das Neue kommt, ist eine Pause ein Freiraum. Solch ein Freiraum ist wichtig in meinem Leben. Ein bisschen Zeit zwischen gestern, heute und morgen - zwischen eben, jetzt und gleich: ein Freiraum, der Zeit lässt, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Zeit, um anzuhalten, durchzuatmen, aufzuräumen, umzudenken. Zeit, um Gott bewusst zu begegnen.                                                                                                                                             Ingrid Radlanski, Regionaldiakonin  

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