Liebe Leserin, lieber Leser,

Gemeinsam in Zeiten von Corona Wir sollen die Distanz zueinander erhöhen: Um die Übertragung eines gefährlichen Virus zu verhindern. Wir sollen soziale Kontakte vorübergehend verringern: Um die Ausbreitung einer Epidemie zu verlangsamen. Die Vernunft stimmt zu. Das Herz widerspricht! Einrichtungen bleiben geschlossen, Existenzen stehen auf dem Spiel. Kirchen, die nicht einmal zum stillen Gebet geöffnet sind? Das fällt ausgesprochen schwer! In Zeiten der Corona-Epidemie wird wieder deutlich: So sehr die Digitalisierung – trotz so mancher Gefahren! – Menschen wirklich zusammenführen kann: Es braucht auch den persönlichen Kontakt! Den warmherzigen Blick. Die helfende Hand. Und nicht zuletzt: Das spürbare Taufwasser für den Täufling. Die Abendmahlsoblate, die uns Jesu Gegenwart erfahren lässt. Für die meisten ist die aktuelle Zwangspause Belastung, bei vielen verstärkt sie eine ohnehin große Einsamkeit. Dietrich Bonhoeffer meint: Wir brauchen Gemeinschaft UND Einsamkeit! Mit zwei Sätzen, die sich eigentlich widersprechen, entwickelt er eine nachdenkenswerte Spannung: „Wer nicht allein sein kann, der hüte sich vor der Gemeinschaft.“ Und: „Wer nicht in Gemeinschaft ist, der hüte sich vor dem Alleinsein.“ Doch was ist mit denen, die Einsamkeit dringend überwinden möchten, es aber nicht können? Kennt Gott eigentlich Einsamkeit? Immerhin drängte es ihn, seinen Himmel zu verlassen, um in seinem Sohn Jesus Gemeinschaft mit seinen Geschöpfen zu erleben. Manche Gemeinschaft unter Menschen hat er neu gestiftet, hat Isolation durchbrochen. Und dann erlebte er selbst Einsamkeit:Die Todesangst vor seiner Kreuzigung. Allein am Kreuz schrie er: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Gott kennt Einsamkeit! So kann er nahe sein, wenn Menschen Einsamkeit erleben. Vielen Menschen hat diese Erkenntnis Trost geschenkt. Hat aus Einsamkeit geholfen, indem sie spürbar erfuhren: Wir sind „Gemeinschaft der Heiligen“! Persönlich und digital, lokal und international, live oder zeitversetzt. Das wäre doch gerade in diesen Wochen gut, wenn diese Erfahrung in Bewegung setzt: Der Griff zum Telefon. Die Einkaufstasche vor der Tür des Nachbarn. Das stille Gebet und das Lächeln für den Mann in der Supermarktschlange. Gemeinsam!                                                            Pastor Jens Ubben                                                        

Gemeindebriefe

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